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Mai

Ausstellung im Kulturbahnhof Kreuztal: Ein Siegerländer Künstler – Wolfgang Kreutter

Die Ausstellung ist noch bis zum 16.07. während der Öffnungszeiten des Kulturbahnhofs (Mo.–Do.: 10:00–15:00 Uhr) zu besuchen.

Wolfgang Kreutter wurde 1924 in Siegen geboren. Er lebte u.a. in Bad Berleburg und Stadtlohn, wo er 1989 verstarb. Seine letzte Ruhe fand er in Siegen. Ab 1945 machte Kreutter eine Lehre als Drechsler und Holzbildhauer auf dem Hof des Drechslermeisters und Landschaftsmalers Ludwig Florin (1889–1985) am Dödesberg, nordöstlich von Berleburg. Seine Gesellenprüfung legte er 1947 mit der Anfertigung eines Spinnrads ab. Von 1947 bis 1950 war er Schüler und Assistent bei Prof. Edwin Scharff in Hamburg. Seit 1950 war er als freischaffender Künstler tätig. Von 1952 bis 1966 hatte er einen Lehrauftrag als Kunsterzieher am Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg und gestaltete von 1957 bis 1967 mit „Spiel mit!“, „Die kleine Akademie“, „Wolfgang Kreutters Klapperstunde“ und „Die Litfaßsäule“ zudem Fernsehsendungen im 1. Programm des WDR, in denen Kindern u.a. künstlerisches Gestalten nähergebracht werden sollte.

Er zählt zu den prägenden Künstlern der Region Siegerland und war insbesondere für seine Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt, zu denen auch die berühmte Figurengruppe „Kuhhirte mit Herde“ in der Siegener Altstadt gehört. Zwischen 1955 und 1989 widmete er sich überwiegend der Sakralkunst. Für über 100 Kirchen, Gemeindehäuser und Kapellen in Westfalen und über die Region hinaus gestaltete er die Innenräume und errichtete Mahn- und Totenmale im öffentlichen Raum. Grundlage hierfür war eine vertragliche Zusammenarbeit mit dem Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld und dem Bochumer Architekten Kurt Peter Kremer, die etwa ab 1957 begann.

Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt von Kreutters künstlerischem Schaffen. Neben seinen Arbeiten in Bronze, Stein und Holz arbeitete Kreutter auch mit Linoldruck. Darunter Linoldrucke auf Karton, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. Auch der originale Holz-Druckstock, der für eine Linolarbeit verwendet wurde, kann in Augenschein genommen werden. Die Linolarbeiten zeigen, wie Kreutter seine klare Formensprache und dynamischen Figuren auch in grafischen Techniken umsetzte und seine Themen von Bewegung und Perspektive auf zwei Dimensionen übertrug. Ergänzend dazu sind in der Ausstellung Collagen zu sehen, darunter das zweiteilige Werk „3 Motorradfahrer“ und die Collage „Liebespaar“, sowie eine Bronzeskulptur, die Kreutters skulpturale Sprache eindrucksvoll veranschaulicht.

Die Ausstellung, die von Frank Wieland Frisch aus dem Bestand der Kunstsammlung Kreuztal kuratiert worden ist, würdigt Wolfgang Kreutters vielseitiges Schaffen, verdeutlicht seine gestalterischen Ideen, Kompositionsprinzipien und experimentellen Ansätze. Sie lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, seine Skulpturen, Druckgrafiken und Collagen aus nächster Nähe zu erleben und die Bandbreite seines künstlerischen Schaffens zu entdecken.

Kontakt: 02732 – 5 14 29 und online auf www.kreuztal-kultur.de.

Foto: Kulturamt Kreuztal