Editorial 1/2002
  Liebe Leserinnen, liebe Leser
Der Götterbote Hermes überbrachte die Botschaften der Götter an die Menschen. Nun - so vermessen wollen wir nicht sein! Aber natürlich möchten wir auch "Botschaften" überbringen. Wir beabsichtigen, unsere wunderschöne Heimat - das Land und den Wald der "Wäller" - über ihre Grenzen hinaus bekannter zu machen. Unsere Region, die viele - aber auch so mancher "Wäller" - kaum oder nur sehr wenig kennen, stellen wir Ihnen umfassend vor. Aus dieser Idee heraus ist dieses Magazin entstanden. Wir zeigen nicht nur die Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die sofort ins Auge fallen, sondern planen auch, mit dem die Region und das Selbstwertgefühl seiner Einwohner zu stärken. Deshalb dient das Magazin auch als Sprachrohr; Meinungen - auch politische - kommen zu Wort. Dabei legen wir Wert auf Überparteilichkeit.

Verbandsgemeinden stellen sich vor
Es ist unser Ziel, den Verbandsgemeinden und Städten aus dem Westerwald und seinen Randgebieten breiten Raum zur Selbstdarstellung zu geben. Dies ist uns auch in der ersten Ausgabe weit gehend gelungen, so dass Sie als Leser schon jetzt einen ersten Eindruck von der Vielfalt des Westerwaldes erhalten. Über die rege Beteiligung der Verbandsgemeinden waren wir sehr erfreut und bedanken uns für die hervorragende Zusammenarbeit. In den zukünftigen Ausgaben räumen wir neben den bereits jetzt stark vertretenen Bereichen Tourismus und Kultur auch der Wirtschaft und Industrie sowie ihrer zukünftigen Entwicklung im Wirtschaftsraum Westerwald breiten Raum ein. Auch die ökologisch orientierten Betriebe aus Landwirtschaft, Handel, Handwerk und Industrie stellen wir zukünftig vor. Ihre Meinung zu unserem Magazin interessiert uns natürlich brennend.

Was halten Sie von dem Wällerboten? Mailen, faxen oder schreiben Sie uns doch einfach Ihre Eindrücke sowie Ihre Kritik!
Fürs Erste wünschen das -Team und ich Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

 
Einblicke 1/2002
  Am Vatertag (Himmelfahrt) startet erstmals die Limeswanderung auf den Spuren der "ollen" Römer. Start ist an der Römerwall-Schule. Legionäre in voller Rüstung bringen die Wanderer auf die richtige Fährte. Die geführte Wanderung führt entlang der historischen Turmfundamente bis zur Turnerhütte. Dort warten nicht nur die alten Wallformationen auf die Gäste, sondern auch Deftiges nach rustikaler Art vom Spieß und Feuer. Im Keltenlager können Sie die "barbarische" Lebensart der urwüchsigen "Feinde" bestaunen. Die Straußwirtschaft auf dem Monte Jup dagegen demonstriert Ihnen römische Lebensart mit römischen Gerichten und Wein. Das war die "Zivilisation"!


Das Drechseln
Grundlagen-Intensivkurse für Einsteiger und Könner
Kreatives aus gedrechseltem Holz zum Selbermachen: das bieten Grundlagen- und Intensivkurse in dieser alten Handwerkskunst. Veranstaltungsort ist die renommierte Maschinenbaufirma KRÄKU bei Bad Marienberg. Inhalte bei individueller Betreuung sind unter anderem Maschinen- und Werkzeugkunde, Auswahl und Vorbereitung des Holzes, bearbeiten und gestalten von Lang- und Querhölzern, Oberflächenbehandlung, Formgebung sowie handwerkliches und künstlerisches Gestalten. Die Drechselwochenenden (März bis November) kosten ab einer Teilnehmerzahl von drei Personen 179,- (Leistungen: 2 Übern. mit Frühstück, Drechselkurs, Holz, 1 Eintritt ins MarienBad, Kurtaxe). Eine Drechselwoche kostet 332,- ab drei Teilnehmern. Tourist-Information Bad Marienberg, Tel. 02661-7031, Fax: 02661-931747. E-mail: touristinfo@badmarienberg.de


Beispielhaft: Österreich:
Genuss in Bio-Hotels
Ein Dutzend renommierte Hotels in Österreich aus verschiedenen Ferienregionen bietet ihren Gästen nur Lebensmittel aus biologisch kontrolliertem Anbau an. Mitnichten gibt es hier nur Tofu und Körner. Hier geht es nicht um Askese, sondern "bei uns steht der Genuss im Vordergrund". Fleisch und Alkohol gibt es auch aus biologisch kontrolliertem Anbau! Die teilnehmenden Hotels - die Bandbreite reicht vom Landhotel bis zum aufwändigen Wellness-Hotel - wollen mit ihrer Aktion einen Beitrag zum ökologischen Tourismus leisten.

 
Schwerpunkte 1/2002
  Stumme Zeugen einer alten Liebe
Wenn sich die Haare grau färben, werden die Erinnerungen grün. Dann beginnen selbst die vernünftigsten Menschen von der guten alten Zeit zu erzählen. Sie schwärmen von ländlichen Idyllen, sauberer Luft und lustwandeln in den Wäldern ihrer Kindheit. Durchstreifen die Tiefen des Westerwaldes und verweilen auf seinen Höhen. Eisig sollen sie sein, doch das Herz wärmen sie dennoch. Und vielleicht, ja, vielleicht sehnen sich die Wäller dann auch nach dem ersten Kuss, der ersten Liebe zwischen stummen, knorrigen Zeugen. Niemals verloren diese ein Wort darüber. Und doch erzählen Bäume manchmal noch heute die Geschichte einer Romanze. Ein ungelenk eingeritztes Herz in dicker Rinde und dazu zaghafte Initialen verraten mehr als tausend Worte.

Die Jahre sind verstrichen, die erste Liebe vergangen. Auch die Küsse schmecken längst nicht mehr so wie damals. Und was ist aus dem Westerwald geworden? Ist er mit der romantisch verklärten Vergangenheit in der Versenkung verschwunden? Oder hat er wie die Küsse einfach an Liebreiz verloren?

Der Westerwald hat nichts eingebüßt von seinem Zauber. Er ist ein besonderes Wesen, das keine Forderungen stellt und großzügig die Erzeugnisse seines Lebenswerks weitergibt. Allen Geschöpfen bietet er Schutz und spendet Schatten - selbst dem Holzfäller, der ihn zerstört. Seine ganze Liebe aber gilt dem Wäller, der von ebensolcher Beharrlichkeit ist, wie er selbst. Allem Sturm trotzend, zurückhaltend, aber irgendwann von einer nie enden wollenden Herzlichkeit. Darüber vergehen mitunter Jahre, aber immerhin. Bande fürs Leben brauchen eben ihre Zeit. Und letztlich ist es der frische Wind, der die Wäller und ihren Wald verbindet.

Verehrt wurde der Wald übrigens schon von Buddha, und auch Frank Kafka schwärmte: "Denn in den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte". Was er dabei wohl genau im Sinn hatte? Dachte er an all die Sagen, in denen der Geist in den Baum gebannt wird und die Hexen sich zwischen Rinde und Holz aufhalten? Oder an das feinsinnige Volk der Elfen, friedfertig lebend in einem Dorf nahe des Glockenwaldes? Oder schlicht an die Fruchtbarkeit, die der Baum auf wundersame Weise verkörpert?

Ein verschlossenes Buch oder eines mit sieben Siegeln ist der Wald jedoch nicht -- hoffentlich aber eines ohne Ende. Denn seine Sprache ist auch ohne eingeritzte Symbole leicht verständlich. Sie redet schlicht und warm zu unseren Herzen. Wir brauchen ihr nur zu lauschen und das Herz offen zu halten. Und was der Wald mit seiner flüsternden Stimme alles zu erzählen weiß! Niemals wiederholt er sich, niemals widerspricht er sich. Und für jede Stunde, jeden Tag und jeden Monat hat er sein eigenes Märchen. Ohne Pathos und Polemik.

Doch wie bei den Gebrüdern Grimm alles mit "Es war einmal" beginnt, gehört auch beim Wald einiges der Vergangenheit an. Denn so ganz der Alte ist auch er nicht mehr. Da können sich Dichter und Denker noch so sehr an seiner Schönheit berauschen. Und das haben sie schließlich alle gemacht. Hesse und Heine, Busch und Brecht, Roth und Rilke. Von Goethe ganz zu schweigen und Kästner sowieso.

Trotzdem, der Wald hat sich verändert. Zwar lädt er noch immer zum Träumen, Verweilen und Verlieben ein. Aber Buchen, Birken, Tannen, Kiefern und ihre stummen Artgenossen sind krank. Allesamt. Auch die gute deutsche Eiche, sogar die im schönen Westerwald. Menschen, die es wissen mussten, sprachen schon vor Jahren offen davon, dass der Machbarkeitswahn des Menschen am Wald scheitere.

Ein Drittel unseres Landes ist bewaldet, und allein in Rheinland-Pfalz sind 41 Prozent der Fläche mit Bäumen bestanden - mit steigender Tendenz. Und das ist auch gut so, denn der Wald ist ein wahres Multitalent. Hier holt die Welt Luft, und auch das Holz selbst ist begehrt. Es ist Rohstoff und Wirtschaftsfaktor zugleich. Ist die Zukunft des Waldes folglich im grünen Bereich? Hatten die einen in der Krone, die dem Wald das Sterben prophezeiten? Oder sahen sie schlicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr? Nein, sie waren keinesfalls auf dem Holzweg. Es wachsen eben keine Bäume in den Himmel. Auch die nicht, die ihre Wurzeln im Wäller Boden schlagen. Dabei brauchen wir den Wald - schon weil wir alle irgendwann grau werden und lustwandeln wollen in den Wäldern unserer Kindheit. Heike van Braak



Der Westerwald offenbart eine intakte Natur und viele Überraschungen
Entdeckungsreise durch den Westerwald

Welches Tal ist das schönste im wiedischen Wald? Welcher See der blaueste? Und welcher Weg der reizvollste? Im Land der bescheidenen Töne und des Windes können diese Fragen nur schwer beantwortet werden. Denn hier offenbart sich intakte Natur ohne viel Tamtam und doch in ihrer ganzen Vielfalt. Mal herb, aber herzlich. Mal versteckt, aber zugänglich. Mal wild, aber trotzdem romantisch. Immer aber mit Panoramen ohne Ende und unglaublich vielen Überraschungen. Der Wald im Westen vereint eine einzigartige Wanderbühne.

Es ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde, dieser Westerwald. Vielleicht, weil es ihm keiner so richtig zutraut. Vielleicht aber auch, weil seine Bewohner kein großes Aufhebens darum machen. Sie nehmen die Schönheit der Natur hin wie den Wind, der durch die Baumwipfel streicht. Säuselnd am Morgen, wispernd am Abend und tobend, wenn Gewitter aufziehen. An lauen Frühlingstagen umschmeichelt der Wind Märzenbecher, Goldsporn, Bingelkraut und Lerchensporn. Dann bricht eine ganz neue Zeit heran - eine für das pure Naturgefühl. Und davon profitieren vor allem die Wanderer. Sie werden im Westerwald eigentlich nur mit einem Problem konfrontiert: mit der Wahl des Wanderweges. Denn mit den Wegen ist es genau wie mit den Tälern und Seen. Schön sind sie alle!

Allein rund um Bad Marienberg warten satte 165 Kilometer Natur darauf, zu Fuß entdeckt zu werden. Sie schlängeln sich durch gut 400 Hektar Wald, die von Juni bis Oktober sogar unter fachkundiger Führung durchwandert werden können. Zweimal im Monat heißt es Augen auf, denn dann werden die Vögel beobachtet. Vielleicht bei einem Streifzug durchs idyllische Flusstal der Schwarzen Nister oder bei einem Abstecher zum Kleinen und Großen Wolfstein, einem Naturdenkmal vulkanischen Ursprungs. Sie stehen auf große Tiere? Der nahe gelegene Wildpark beherbergt über 100 davon, vom Wisent bis hin zum Rotwild. Und dann gibt's da noch das schottische Hochlandrind. Richtig, das mit der Beatle-Frisur.

Wer mehr über medizinische Indikationen wissen möchte, der kann einen der interessanten Therapiewege einschlagen. Ein Erlebnis wird der Tag allemal, und als Lohn für besondere Ausdauer winkt die Marienberger Wandernadel. Aber apropos Ausdauer: von der Bäderstadt ist es übrigens nur ein Katzensprung bis nach Hachenburg. Schlappe 12 Kilometer und Sie sind im Landschaftsmuseum Westerwald. Das kleine Museumsdorf ist nur zehn Minuten von der Altstadt entfernt und erweckt die Westerwälder Geschichte zu neuem Leben.

Rengsdorfer Überblicke
Ganz nahe am Rhein, hoch über dem Wiedtal, vor den Toren von Neuwied und dem Neuwieder Becken vereinen sich die Attribute des Ländchens. Hier wird der Wald im Westen zum Balkon über Wied und Rhein. Das ganze Wanderglück passt in ein einziges Tal, und dabei gibt es hier so viele. Wohl oder übel muss der Wanderer sich schon wieder entscheiden: zwischen Wallbach- und Nonnenbachtal, Hochscheider- oder Elsbachtal. Oder vielleicht doch lieber ins Mittlere Wiedtal? Was also tun: Mühlen bewundern oder lieber Schlösser und Klöster? Und was ist überhaupt mit dem Städtchen Rengsdorf, in dem Wandern als echte Königsdisziplin gilt? Dabei hat schon die Natur so viel zu bieten. Jede Menge Bergkuppen und fast so viele Buchenhaine zum Beispiel. Hinzu kommt ein Lehrpfad nur für Streuobstwiesen, der quasi "im Vorbeigehen" eine Extraportion Wissen vermittelt. Ganz zu schweigen vom sanften Spiel der Farben und einer leisen Melancholie, die sich wie ein Schleier über die Täler legt.

Ohne Zweifel stellt der Naturpark Rhein-Westerwald als Teil des Rheinischen Schiefergebirges Wanderer vor eine schwere Entscheidung. Immerhin breitet der Naturpark seine ganze Schönheit rechts des Rheintales zwischen Rheinbreitbach und Bendorf aus. Und dazwischen gibt es nichts als traumhafte Ausblicke und unvergessliche Eindrücke. Wen wundert's, dass selbst die 23 Kilometer des Rheinhöhenwegs von Rengsdorf über das Wiedtal zur Burg Altwied und weiter bis zum Schloss Monrepos und über Ehlscheid wieder zurück nach Rengsdorf, wie im Fluge vergehen? Eingefleischte Naturliebhaber bestimmt nicht.

Rund um die Seenplatte
Motorboote? Nein, die gibt's hier nicht. Denn statt Lärm und Action sind rund um die Westerwälder Seenplatte Stille und Erholung angesagt. Zu jeder Jahreszeit und rund um die Uhr. Ruhe bewahren die Wäller sogar an den zwei Seen, die für den Wassersport freigegeben sind. Allerdings sind die meisten Weiher wegen der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt unter Naturschutz gestellt. Immerhin ist das Quellgebiet von Wied, Holzbach und Sayn mit einer Gesamtwasserfläche von 250 Hektar das größte Stillgewässer im Westerwald. Sieben Weihern sei Dank. Hinzu kommen rund 20 Bäche, die sich wie Lebensadern mit naturnahen Bachauen durch das Gebiet rund um Selters ziehen. Entlang der Campingreviere und mitten durch die Naturschutzgebiete.

Doch hier entspringen nicht nur Quellen, sondern auch Ritterglück und Anglerfreuden. Denn die Grafen zu Wied verstanden es schon im 12. Jahrhundert, aus dem Wasserreichtum der Seenplatte ein einträgliches Geschäft zu machen. Sie legten Teiche an und züchteten Fische. Auch heute noch werden die Weiher in jedem Oktober zum Abfischen abgelassen. Gewandert aber wird immer und überall - nicht nur am Dreifelder Weiher, der mit 123 Hektar der größte See ist. Ein echter Kulturtrip ist beispielsweise der Weg der drei Kirchen. Er führt von der Schlosskirche unterhalb des Westerburger Schlosses durch die malerische Altstadt zur katholischen Pfarrkirche Dreikönig. Es sind nur drei Kilometer, und die können locker in einer knappen Stunde bewältigt werden.

Spukt's im Schloss?
Die Zeit vergeht schnell. Fast schon zu schnell, denn Gesprächsstoff gibt es reichlich. Schließlich - so wird erzählt - soll in Westerburg der Schlossgeist Petermännchen spuken. Ob's stimmt? Fest steht jedenfalls, dass all jene schon etwas mehr Kondition brauchen, die rund um den unter Naturschutz stehenden Wölferlinger Weiher wandern wollen. Gut zwei Stunden brauchen auch Geübte für den Weg. Mit Gespenstern kann der Weiher zwar nicht aufwarten, langweilig wird's aber trotzdem nicht. Schließlich spukt eine Wanderung durch den schönen Westerwald garantiert allen Beteiligten lange durch den Kopf. Woran es nur liegen mag? Bestimmt nicht nur am Petermännchen. Heike van Braak

 
Kultur 1/2002
  Eifelstadt Mayen - Saison 2002
Eine von 10 Festspielstädten in Deutschland

Über Mayen thront die Genovevaburg mit dem 34 m hohen Goloturm. Ihr wechselvolle Geschichte ist umrankt von der Genoveva-Sage. Heute ist dort das Eifelmuseum untergebracht. Stadtmauer und traditionelle Gebäude prägen das Stadtbild.

Einmal im Jahr wird der Innenhof der Genovevaburg zur Kulisse für die Burgfestspiele in Mayen. Der reizvolle Vorteil dieser Festspielstätte ist, dass jedes Jahr eine andere "Burgkulisse" bespielt werden kann, da alle vier Innenhofseiten einen unterschiedlichen Hintergrund abgeben.

In diesem Sommer finden vom 03. Juni bis 18. August die "Mayener Burgfestspiele" im malerischen Hof der Genovevaburg, die Marktplatz und Stadt überragt, statt.

Mit einem Ensemble bekannter Bühnenkünstler unter der Leitung des Intendanten Hans-Joachim Heyse wird in diesem Jahr - aufbauend auf einer jahrelangen Freilichttheater-Tradition - ein Programm mit über 80 Aufführungen geboten. Es werden als eigene Hauptinszenierungen "Minna von Barnhelm" von Lessing, "Hexenjagd" von Miller sowie für die jungen Zuschauer das Märchenstück "Dschungelbuch" gegeben.

Als Gästesembles kommen wieder die "Burghofspiele Eltville" mit "Maria Stuart", die "Festspiele Schloß Neersen" mit "Was Ihr wollt" und andere Bühnen mit ihren Hauptproduktionen. Rahmenveranstaltungen ergänzen die Theaterwochen in der Eifelstadt, die ein Höhepunkt im "Kultursommer Rheinland-Pfalz" sind. Außerdem erneut Aufführungen auf der "Kleinen Bühne" im Alten Arresthaus.

Nachdem im letzten Jahr wieder über 30.000 Zuschauer kamen, sieht die anerkannte Festspielstadt in der Vulkanischen Osteifel auch der kommenden Saison optimistisch entgegen.

Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Die Tourist-Information bietet Kulturinteressierten eine Service-Pauschale zu den Burgfestspielen an. Die Pauschale ist ausschließlich über die Tourist-Information und nur für Eigenproduktionen zu buchen.



16 Jahre Kultur, Bildung, Begegnung und Beratung für den Westerwald
Haus Felsenkeller -
Soziokulturelles Zentrum in Altenkirchen

1985/86 von einer Gruppe arbeitsloser Handwerker, Pädagogen, Tanztherapeuten und Erzieher als Beschäftigungsinitiative gegründet, wurde in fast zweijähriger Bauzeit das seit der Jahrhundertwende bestehende Haus Felsenkeller erst zur Bildungs- und Begegnungsstätte, später zum Soziokulturellen Zentrum in Eigenleistung um- und ausgebaut.

Ruhig am Ortsrand von Altenkirchen am Wald mit Wiesen und Biotop gelegen, lädt die alte "Jugendstilvilla" mit Vollwertrestaurant, Tagungshausbereich, Gruppen- und Seminarräumen zum Essen und Verweilen ein. Die Besucher können aber auch Kulturangebote genießen sowie Bildungsangebote wahrnehmen.

So unterschiedlich die Besucher des Hauses von Jung bis Alt, von Jogagruppe über Osteoporosesenioren bis hin zu Gruppen im Tagungshaus, so bunt und vielfältig sind auch die Angebote in den Bereichen Bildung und Kultur. Halbjährlich erscheinende Programmhefte, die im gesamten Westerwald ausliegen, erfreuen sich großen Zuspruchs. Das Veranstaltungsangebot wuchs von Jahr zu Jahr. Gerade die anspruchsvollen und regelmäßigen Kulturveranstaltungen sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Kleinkunstbühnenangebote vor Ort, meist im Bürgerhaus Sonnenhof in Weyerbusch oder im Dorfgemeinschaftshaus in Gieleroth bei Altenkirchen bieten in Sachen Musik, Comedy, Kabarett, Lesungen, Tanztheater, Klassik u.a. für jeden Geschmack etwas. Regional sowie international bekannte Künstler geben sich die Ehre.

Großprojekte wie das zehntägige ZELTKULTURENFESTIVAL geben dem Zuschauer die Möglichkeit, in einem riesigen Achtmaster-Kulturzelt des Landes Rheinland-Pfalz zehn Tage unterschiedlichste Angebote zu erleben. Erstmals wurde das Zeltkulturenfestival 1997 vom Haus Felsenkeller in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Altenkirchen initiiert. Hier ist aber "selbst aktiv werden" gefragt, und so begehen u.a. schon fast traditionell die Sonderschulen der Kreise ihr tolles Theaterfestival. Hiesige Schulen nutzen die große Bühne und die professionelle Technik, um mit ihren eigenen Produktionen das Zelt zu füllen.

Neben vielfältigen Angeboten für Kinder und Jugendliche im "normalen" Programm gibt es immer wieder verschiedene Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten wie am Güterbahnhof, den alten Werkshallen oder am See im Parc de Tarbes in Altenkirchen u.a.

Seit 2001 ist eines der schönsten und spannendsten Projekte der letzten Jahre hinzu gekommen. Ebenfalls mit der Verbandsgemeinde Altenkirchen in Kooperation steht mitten in der Stadt für 10 Tage ein original 20er Jahre SPIEGELZELT, einer der wenigen Original-Tanzpaläste aus den "wilden 20ern". Das anspruchsvolle Programm und das traumhafte Ambiente sorgten im letzten Jahr allabendlich für ausverkaufte Veranstaltungen. Das Publikum war hell begeistert.

Kooperation wird groß geschrieben.
Das Haus Felsenkeller arbeitet eng mit einem "risikofreudigen" und für die Kultur engagierten Stadt- und Verbandsgemeinde-Bürgermeister zusammen. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Haus seit vielen Jahren und neben zahlreichen Sponsoren kleiner und großer regionaler Betriebe sind es viele FreundeInnen des Hauses, und natürlich das treue Publikum, das die rund 30 Veranstaltungen pro Jahr im Kulturbereich so erfolgreich macht.

Und eben diese Bandbreite an Mitwirkenden und Unterstützern, aber auch die im Bundesvergleich extrem hohe Eigenwirtschaftlichkeit des Hauses durch optimales Management, das Ineinandergreifen der einzelnen Bereiche Bildung, Begegnung und Kultur, der charmante Charakter des Hauses selbst und freundliche Mitarbeiter, machen das Haus Felsenkeller zu einem Garant für gehaltvolle soziokulturelle Arbeit in der Region.

 
Historisch 1/2002
  Die Deutsche-Limesstraße
Auf den Spuren der Römer
Der Limes führte von Rheinbrohl bis zur Donau und verlief mitten durch den Westerwald.

Es ist ein aufregendes Stück deutscher und römischer Geschichte.

Eigentlich war es nur ein Postenweg, nicht mehr. Ein paar hölzerne Wachtürme zwischen viel Wiesen und noch mehr Wäldern. Erst später kamen eine Holzpalisade und ein tiefer Graben samt hohem Erdwall hinzu. Das war der Limes, die Grenze des römischen Reiches zwischen Rhein und Donau. Sie wurde nach und nach befestigt und sicherte das Land der Römer in der Mitte des zweiten Jahrhunderts mit 900 Wachtürmen und mehr als 60 Kastellen. Allein auf dem Höhenzug zwischen Rhein und Wiedtal sollen die Römer von 23 Wachtürmen aus nach dem Feind Ausschau gehalten haben. Die Grenze der römischen Provinz Obergermanien erstreckte sich entlang des Rheins - von Rheinbrohl, über Neuwied, durch den Westerwald und schließlich bis nach Stuttgart. Erst dort begann die Provinz Raetien, die bis nach Regensburg reichte. In dieser Region wurden die Holzpalisaden von einer durchlaufenden Mauer ersetzt, und aus dem "Limes Imperii Romani" wurde mit 548 Kilometern der längste antike Grenzwall Europas.

Und heute? Räuberische Überfälle gibt's längst nicht mehr. Allenfalls Kinder träumen von Asterix und Obelix, die hier die Römer verhauen oder Wildschweine jagen. In Wirklichkeit aber gibt es nur noch die Sauen - und natürlich den Limes. Heute aber ist die Limes-Straße alles andere als ein schlichte Grenzbefestigung. Vielmehr schlängelt sich der Limes als eine beliebte Touristenroute durchs Land, die erst jüngst zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO angemeldet wurde. Und das mit guten Grund. Schließlich wartet das gewaltige archäologische Bauwerk rechts und links der Strecke mit einer ganzen Fülle an attraktiven Zielen auf. Bestes Beispiel ist Bendorf. Das Städtchen liegt mit seinem wunderschönen Schloss, der Burg mit dem Turmuhren-Museum und den romanischen Fresken direkt dem Westerwald zu Füßen. Oder der Kurort Bad Hönningen. Hier, auf der Sonnenseite des Rheins, öffnet sich das Tor zum Naturpark Rhein-Westerwald. Und von hier geht es weiter zu einem romantischen Streifzug durch eine sagenhaft kulturelle Landschaft. Ob mit dem Fahrrad, dem Schiff oder gar zu Fuß: ein Erlebnis ist es allemal.

Es sind aber nicht nur die reizvollen Städte, die mit ihren leckeren Rieslingweinen und Winzersekten, altem Fachwerk und historischem Mauerwerk immer wieder zum Verweilen einladen. Es sind auch die Limesanlagen selbst, die diesen Abstecher in die Geschichte so reizvoll machen. Denn die Anlagen wurden nach den jüngsten Ausgrabungen konserviert und geben nun einen beeindruckenden Einblick in die Vergangenheit und zwar mit mehr oder weniger verwitterten Wallanlagen, Gräben, Mauern und Palisaden. Doch auch Kastelle, Badeanlagen und Limestürme überraschen immer wieder entlang der Wanderrouten.

Besonders beeindruckend ist die Rekonstruktion des Kastells Rheinbrohl aus römischen Bruchsteinen. An diesem Wachturm begann einst der Limes, und heute folgen Wanderer dem ehemaligen Befestigungswall auf einem alten Karrenweg. Mit festen Schuhwerk, Regenschutz und einer deftigen Brotzeit im Rucksack.

Wem das alles noch nicht reicht, der kann sich in den Museen entlang des Limes unzählige Pläne, Fundstücke, Lehrtafeln oder Ausgrabungsfotos ansehen. Er kann sich im Hillscheider Heimatmuseum noch einmal den Limesfall, also das Ende der römischen Besatzung, in Erinnerung rufen. Oder er nimmt im Neuwieder Kreismuseum die Gliederung des Limes in 15 Strecken etwas genauer unter die Lupe. So oder so: die Entdeckungsreise entlang der Limesstraße ist die spannendste Möglichkeit, um hierzulande auf den Spuren der Römer zu wandeln.

 
Landkreis Altenkirchen 1/2002
  Unser Ausflugstipp
Bergbaumuseum in Herdorf-Sassenroth
- immer einen Besuch wert

Mit der Einrichtung und dem Betrieb des Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth hat der Landkreis Altenkirchen ein Forum geschaffen, das Fachleute wie Laien gleichermaßen anspricht.

Die Ausstellung des Bergbaumuseums dokumentiert die faszinierende Geschichte des Siegerländer Eisenerzbergbaus. Über 2500 Jahre prägte der Bergbau auf Eisen, Silber-, Blei- und Kupfererze die Lebenswelt der Region. Den Besuchern präsentieren sich zahlreiche eindrucksvolle Exponate, Texte und Bilder sowie modernste AV-Medien.

Vielseitiges Angebot
Unter dem Museumsgebäude gelangen Sie in das umfangreiche Schaubergwerk, das die Arbeitswelt der Bergleute anschaulich vermittelt. Originalgeräte geben Ihnen einen hautnahen Eindruck der Entwicklung der bergmännischen Arbeit. Vorbei an Schächten geht es durch Stollen in detailgetreu dargestellte Abbaue und Förderstrecken.

Ein umfangreiches Mineralienkabinett zeigt Ihnen die Schönheit der Siegerländer Mineralien. Im eigens eingerichteten ,,Raum für Kinder" stehen Stereomikroskope zur Verfügung, mit denen Sie selbst einen Einblick in die Welt der Kristalle gewinnen.

In den Außenanlagen des Bergbaumuseums werden u.a. ein 5m hoher Förderturm, ein Fördermaschinenhaus und Großgeräte der Stahlerzeugung präsentiert.

Besondere Events für Kinder
Ein Kindergeburtstag ,,unter Tage" - melden Sie sich und Ihre Sprösslinge beim Bergbaumuseum an! Unsere spannende Geburtstags-Schatzsuche (ab 9 Jahren) erfreut sich steigender Beliebtheit! Für Schulklassen und Jugendgruppen bieten wir ein ganztägiges Programm an, das neben dem Museumsbesuch eine fachkundig geleitete Mineralienexkursion beinhaltet.

Das Bergbaumuseum können Sie ohne Voranmeldung zu den Öffnungszeiten besuchen. Für eine Gruppenführung sollten Sie jedoch vorher telefonisch einen Termin vereinbaren. Dies gilt auch für Kindergeburtstage und Exkursionen.



Das Interview
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Flammersfeld
Josef Zolk stellte sich den Fragen vom Wällerbote-Team

? Wo liegt die Verbandsgemeinde Flammersfeld?
Herr Zolk: Die in weiten Teilen zum Naturpark Rhein-Westerwald gehörende Verbandsgemeinde Flammersfeld bildet die südwestliche Spitze des Kreises Altenkirchen und ist durch die Autobahn A3, durch die Bundesstraße 256 und die durch das Wiedbachtal führende Landesstraße 269 verkehrsmäßig gut erschlossen. Wir haben in 26 Ortsgemeinden rund 12.000 Einwohner. Und mit dem Luftkurort Flammersfeld, den Gemeinden Bürdenbach, Burglahr, Horhausen, Oberlahr, Obersteinebach und Rott anerkannte Fremdenverkehrsorte.

? Wie ist die Wirtschaftsstruktur Ihrer Verbandsgemeinde?
Herr Zolk: Wir haben glücklicherweise gut organisierte und extensiv arbeitende landwirtschaftliche Betriebe, für die Natur- und Landschaftsschutz zu selbstverständlichen Aufgaben gehören. Ein Teil dieser Betriebe bietet "Ferien auf dem Bauernhof" und vermarktet mit großem Erfolg ökologisch angebaute Produkte selbst. Um einer Zersiedelung gegenzusteuern, haben wir Industrie und Gewerbe konzentriert und sind stolz auf unsere drei Industrie- und Gewerbegebiete: an der A3 Horhausen, Willroth, Krunkel; im Wiedbereich in Oberlahr; in Flammersfeld. Hier arbeiten und entstehen neue, moderne Betriebe mit sicheren Arbeitsplätzen auf wirtschaftlich interessanten Flächen.

? Welche besonderen Sehenswürdigkeiten gibt es in Ihrer Gemeinde?
Herr Zolk: Unsere Kirchen in Flammersfeld, Burglahr, Peterslahr und Oberlahr sind ebenso besichtigungswert wie die Bergbauzeugen. Dazu gehören der Förderturm der Grube Georg in Willroth, der Alvenslebenstollen in Burglahr und der Bergbauwanderweg. Nicht vergessen will ich das Raiffeisenhaus in Flammersfeld. Friedrich Wilhelm Raiffeisen war von 1848 bis 1852 Bürgermeister im Amt Flammersfeld. In diese Zeit fällt seine Gründung des "Hülfsvereins für die mittellosen Bauern", ein wichtiger Vorläufer der landwirtschaftlichen Genossenschaften des großen Sozialreformers. Im übrigen wird zur Zeit ein Raiffeisenlehrpfad erstellt, der vom Geburtsort Hamm bis nach Neuwied, wo Raiffeisen gestorben ist, führt.

? Wie ist die Freizeit- und Schulsituation?
Herr Zolk: Mit unseren vier Kindergärten, den drei Grundschulen und der neuen IGS haben wir eine beispielhaft gute Kindergarten- und Schulausstattung. Unsere Sportplätze stehen den Schulen und Vereinen kostenlos zur Verfügung, die neue Raiffeisenhalle in Güllesheim/ Horhausen wird Ende dieses Jahres eröffnet, die großzügige Freibadanlage in der Lahrer Herrlichkeit wird in den nächsten Jahren saniert und zukunftssicher gemacht. Die Wander- und Fahrradwege werden weiter ausgebaut und überregional verknüpft, der Naturlehrpfad Flammersfeld, -Rott, -Oberlahr wird neu gestaltet, um Einwohnern und Besuchern naturkundliche und regionale Informationen zu bieten.
Herr Zolk, wir danken Ihnen für das Gespräch

 
Landkreis Neuwied 1/2002
  Naturpark Nassau
Wandern im Land der Schlösser und Burgen
Der Naturpark Nassau liegt zwischen den Städten Montabaur, Diez, Nastätten und Lahnstein im rheinischen Schiefergebirge. Westerwald und Taunus prägen die Landschaft. Mitten hindurch fließt die idyllische Lahn, tief eingeschnitten in die Landschaft trennt das Lahntal hier den Westerwald vom Taunus. Nassau als alte Residenzstadt derer von Nassau sollte man nicht auslassen ebenso wenig wie Bad Ems oder Montabaur. Zahlreiche Schlösser und Burgen - oft nur noch als Burgruinen zu bewundern - erzählen von einer anderen Zeit. In den kleinen versteckten Örtchen und im engen Lahntal kann man den Eindruck gewinnen, dass die Zeit dort langsamer vergeht.

Ein ideales Land für Wanderer! 750 km regionale Wanderwege durchziehen den Naturpark und seine großen Wälder. Aber Vorsicht! Die Höhenunterschiede sind nicht zu verachten. Die höchste Erhebung ist der 546 m hohe Köppel auf der Montabaurer Höhe, der einen tollen Panoramablick gewährt. Von den Höhen bei Hübingen kann man bei schönem Wetter den Großen Feldberg im Taunus entdecken. Aber wenn der Wanderer vom Lahntal kommt, hat er doch ordentliche Steigungen zu bewältigen. Der Höhenunterschied bis zum Köppel beträgt immerhin fast 400 m!



Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Auf Spurensuche im Puderbacher Land
Das Puderbacher Land ist geprägt von einer abwechslungsreichen Landschaft, die durch Hügel und Täler, Wälder, Felder und Fließgewässer reich strukturiert ist. Hier gibt es zahlreiche historische Schätze, die es sowohl in der Flora als auch in den Böden und Gebäuden zu entdecken gilt.

Zu den beeindruckendsten Wahrzeichen des Puderbacher Landes zählt die Burg Reichenstein. Die weithin ins Holzbachtal grüßende Burg ist im 13. Jahrhundert erbaut. Durch Erbstreitigkeiten zwischen den Fürsten verschiedener Regionen um die Burg Reichenstein blieb sie ab etwa 1530 unbewohnt und war dem Verfall preisgegeben. Letztendlich, nach ca. 50 Jahren, fiel sie dem Fürsten zu Wied zu.

Bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden Anstrengungen unternommen, die Burg wieder zu einem ansehnlichen, historischen Gebäude werden zu lassen, jedoch fanden diese Pläne mit dem 2. Weltkrieg ein jähes Ende. In den 50er Jahren begann dann die Familie des jetzigen Besitzers, die Ruine zu sanieren. Mit erheblichen finanziellen Mitteln und hohem Zeitaufwand konnte so nach und nach wieder das Bild einer mittelalterlichen Burg herausgearbeitet werden. Auch der neu gegründete Förderverein der Burg Reichenstein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Burg Reichenstein als Bauwerk zu erhalten und das Kulturgut auch kommenden Generationen zu bewahren.

Da die Burg auch ein wesentliches Identifikationsmerkmal des Puderbacher Landes ist, wurde sie der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Dabei dient sie den Schulen als Lernort und bietet Platz für vielfältige kulturelle Veranstaltungen. Viele Verschönerungsvereine, Wandergruppen, Schulen und Interessierte waren schon Gast auf der Burg.

Der Förderverein hat zwei Veranstaltungen für dieses Jahr vorgesehen, in denen die Möglichkeit besteht, die Burganlage zu erkunden und ein wenig von der mittelalterlichen Atmosphäre einzufangen.

Das Puderbacher Land, inmitten des Naturparks "RheinWesterwald", hat Erholungssuchenden viel zu bieten. Erkunden sie unsere Heimat zu Fuß auf den zahlreichen Wanderwegen, per Rad oder zu Pferd und genießen sie unsere lokale Küche.



Hereinspaziert!
Schöne Aussichten…
… in Rengsdorf, Ehlscheid und Umgebung

Der westlichste Zipfel im Westerwald liegt im Naturpark Rhein-Westerwald. Ganz nah am Rhein aber doch hoch darüber im Westen des Waldes! Schöner kann man nicht liegen. Schönere Aussichten hat die Natur selten zu bieten! "Schauinsland" oder auch "Balkon über Rhein und Wied", damit schmückt sich Rengsdorf völlig zu recht! Aber auch die anderen Luftkurorte und Kurorte rings um Rengsdorf legen größten Wert auf "ihre" Landschaft und ihre vielfältigen therapeutischen Angebote. Oder kennen Sie einen anderen Kurort, der einen Streuobstwiesenlehrpfad auf zu weisen hat? Der Apfelsaft als Endprodukt der Streuobstwiesen sucht Seinesgleichen! Aber auch die touristischen Angebote der Kurorte lassen sich sehen! Drei-Tages-Arrangements laden zum Kurzurlaub ein. Hier werden Sie verwöhnt! Eine Saunaanlage und eine Schwimmbadanlage im Erlebnisbad Monte Mare mit großem Spielplatz bieten für jeden etwas.



Die jährlichen Events in Rengsdorf
Rockfreunde Rengsdorf

Das Rockfestival
Ein paar junge Leute hatten 1981 die Idee, eine "Rockparty" in Rengsdorf zu organisieren. Daraus entstand dann das 1. Rockfestival am 29.8.1981. Knapp 100 Leute hörten sich Rockmusik vom Plattenspieler, mit einem Verstärker auf die richtige Lautstärke gebracht, an. Aber die Idee war geboren: Alljährlich im Sommer wird seitdem ein Rockfestival draußen auf der Wiese organisiert.

Der Plattenspieler ist längst verschwunden; Lifeauftritte renommierter Künstler vom Blues bis zum Rock locken mittlerweile zu einem der größten Musikevents im Westerwald nach Rengsdorf. Im Jahr 2001 traten unter anderem die Kultband aus den 70iger Jahren "Birth Control" und die Rocklegende "Manfred Mann's Earth Band" auf und wurden frenetisch von 2000 Zuschauern gefeiert. Fetziger, eingängiger Rock der alten Hits "Davy's on the road again" oder "Mighty Queen" lassen die Rockfans toben. Und am 27. Juli 2002 ist es wieder soweit!



monte mare:
Hier beginnt Ihr Urlaub
Wie wär's denn mal mit einem Ausflug nach Rengsdorf? Hier erwartet Sie das "monte mare" Freizeitbad und Saunaparadies mit einer Fülle an Angeboten für die ganze Familie. Die im karibischem Flair gestaltete Anlage bietet ihren Besuchern jede Menge Attraktionen. Ob allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie: hier findet jeder "seinen" Platz. Lassen Sie sich im Freizeitbad in den Wellen treiben oder mit tosenden Wassermassen eine der beiden Rutschen herunterreißen. Oder relaxen Sie auf den Unterwasserliegen, Massagesitzbänken oder unter exotischen Wasserfällen.

Auch Ihre "Jüngsten" kommen im Freizeitbad nicht zu kurz: In der Kinder-Erlebniswelt werden die Kleinen durch qualifizierte Mitarbeiter betreut, oder erleben mit den Animateuren in der Schatzinsel so manches Abenteuer.

Ein wunderschöner Abenteuer-Spielplatz, lädt - speziell im Sommer - zum Toben und Erleben ein, für Badbesucher natürlich kostenlos. Tolle Schaukeln und Klettergeräte warten auf die Kinder, danach kann ein Wasserschloss erobert werden. Gleich drei Rutschen verleihen dem monte mare Rengsdorf den richtigen Spaßfaktor. Wer es rasant liebt, für den ist die Turbo-Rutsche genau das Richtige. Im "Black-Hole" sorgen Licht- und Soundeffekte für Nervenkitzel.

Und für die Großen…
… eine der schönsten Saunalandschaften überhaupt lädt die Besucherinnen und Besucher zum "Urlaub um die Ecke" ein. Zwölf (!) verschiedene Saunen, Dampf- und Wärmebäder mit unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, Ruhezonen, Wärmeliegen, ein wunderschöner Außenbereich - all dies garantiert unvergessliche Stunden.

Verwöhnen Sie sich anschließend mit einer wohltuenden Massage oder relaxen Sie unter einer der top-modernen Sonnenbänke.

Für das leibliche Wohl sorgt eine große Auswahl an Speisen und Getränken in der Erlebnis-Gastronmie. Jörg Zimmer

 
Westerwaldkreis 1/2002
  Grau-blau-salzglasiertes Steinzeug
Das "weiße Gold" lockt...
Wer kennt nicht das grau-blaue, salzglasierte Steinzeug aus dem Kannenbäckerland?

Die Kannenbäckerstraße führt Sie durch die Verbandsgemeinden Wirges, Ransbach-Baumbach und Höhr-Grenzhausen. Wenn Sie den Wegweisern folgen, können Sie hautnah bei einer Vielzahl von Töpfern erleben, wie aus dem "weißen Gold", dem hochwertigen Ton aus den zahlreichen trichterförmigen Tongruben der Umgebung, stilvolle, moderne Keramikprodukte entstehen.

Aber nicht nur dafür ist der weiße Ton bekannt. Auch als High-Tech-Produkt hat er mittlerweile Einzug in die moderne Werkstofftechnik - sogar in die Weltraumfahrt - gehalten. Forschungsinstitute der Region beschäftigen sich mit der Erforschung weiterer Anwendungsmöglichkeiten und schaffen so neue Arbeitsplätze. Aber nicht nur für sein Steinzeug ist das Kannenbäckerland bekannt. Weltweit führende Glasveredelungsbetriebe prägen ebenfalls die Region.

In Ransbach-Baumbach lockt Sie eine neue City mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten, eine neue Stadthalle bietet ständig ein sehenswertes Veranstaltungsprogramm. Restaurants, Cafés, Kneipen und Bistros bieten für jeden etwas Passendes und laden zum Verweilen ein.

In Wirges können Sie die größte und prächtigste Kirche der Region, den "Westerwälder Dom", besichtigen und in Siershahn sollten Sie das Schaubergwerk "Gute Hoffnung" unbedingt besuchen. Zudem spielt man in Grenzau immer noch Bundesliga-Tischtennis.

Die Limesstraße erinnert daran, dass diese Region schon vor 2000 Jahren eine sehr wichtige Rolle in der damaligen Welt spielte. Ein restaurierter Limesturm ist bei Hillscheid zu besichtigen. Wer es wild romantisch mag, kann die Schluchten des Brexbachtals erwandern oder mit dem Rad durch das Saynbachtal fahren.

Höhr- Grenzhausen so nah und doch so fern
Nur knapp 10 Kilometer von Koblenz gelegen, finden Sie die Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen. Sie ist das Herzstück des Kannenbäckerlandes sowie das "Tor "zum Westerwald.

Höhr-Grenzhausen, mit Autobahnanschluss, liegt verkehrsgünstig zwischen den Wirtschaftszentren Rhein-Ruhr und Rhein-Main. Von dort erreichen Sie die Stadt über die A3 Köln-Frankfurt und dem Dreieck Dernbach und über die A48 in Richtung Koblenz in weniger als einer Autostunde. Auch von Trier sind Sie in einer Stunde in der von der Keramik geprägten Region.

Die Kannenbäckerstadt verfügt über eine vielfältige Palette kultureller Leckerbissen: Am Ort befindet sich das Keramikmuseum Westerwald und ein Museum für Stadtgeschichte. In Hillscheid gibt es einen rekonstruierten Limesturm sowie ein kleines Heimatmuseum. Die Burgruine Grenzau ist die einzigste Burg in Deutschland mit einem dreieckigen Burgturm. Über 40 Töpfereien (die teilweise auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben), das Bildungs- und Forschungszentrum Keramik sowie eine Vielzahl privater Museen und Galerien sind darüber hinaus nur einige Adressen, für die es sich lohnt, in Höhr-Grenzhausen Station zu machen.

Daneben verfügt Höhr-Grenzhausen über ein Schulzentrum für allgemeinbildende Schulen, in dem sich ein Gymnasium, eine Realschule sowie eine Hauptschule befindet. Das Bildungsangebot wird durch drei weitere Grundschulen sowie durch eine Sonderschule abgerundet. Die Kreisvolkshochschule betreibt in der Kannenbäckerstadt eine Nebenstelle. Weiterhin gibt es eine Bücherei in der Stadt sowie eine Gemeindebücherei in der Ortsgemeinde Hilgert.

Die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen hat eine vielfältige wirtschaftliche Struktur mit einem großen Angebot an Arbeitsplätzen, und ist nicht, wie oft angenommen wird, nur durch eine keramische Monostruktur gekennzeichnet.



Keramik-
Werkstoff der Zukunft
Die Keramik des täglichen Gebrauchs prägt schon seit Jahrhunderten unseren Alltag. So sind Tassen und Teller, Dachziegel oder die sanitären Einrichtungen mitsamt der Fliesen nichts Ungewöhnliches.

Keramik ist aber auch ein unerlässlicher Werkstoff in der Technik. Man denke nur an die Isolatoren aus Keramik, ohne die Stromleitungen nicht funktionieren würden. Bereits zu Beginn unseres Jahrhunderts gewährleisteten solche Isolatoren für Werner Siemens das Funktionieren der Telegraphenleitungen. Weitere Einsatzgebiete im täglichen Leben: Keramik als Katalysatoren oder Zündkerzen in der Fahrzeugtechnik, keramische Ventile in der Autoindustrie, säurefeste Keramik bei der Herstellung von Chemikalien oder im Umweltschutz, Biokeramik wie Hüftgelenke und Zahnersatz, die durch ihren Einsatz für den Menschen einen enorm großen Vorteil mit sich bringen.

Aber auch das Bestreben, in der Ferne zu schweifen, wird mittels technischer Keramik realisiert. Betrachtet man die Hitzeschildkacheln des Spaceshuttles oder auch das Rotorblatt eines Hubschraubers, so gehören die dort eingesetzten synthetischen Grundmaterialien auch zur Gruppe der Keramik.

Das BFZK ist der Zusammenschluss der Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Bereich Keramik in der Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen, eine traditionell mit der Keramik und dem Rohstoff Ton verbundenen Region.
Hierzu gehören
• das Forschungsinstitut für anorganische Werkstoffe Glas/Keramik GmbH
• die Fachhochschule Koblenz, Fachbereich Werkstofftechnik, Glas und Keramik
• das Institut für Künstlerische Keramik und Glas
• die Staatlichen Fachschulen o die Berufsbildende Schule Montabaur, Außenstelle Keramik
• das Keramikmuseum Westerwald

Um das Verständnis für diesen Bereich der Keramik zu wecken und gleichzeitig positive Impulse für die wirtschaftliche Situation der Region zu erreichen, hat es sich das Bildungs- und Forschungszentrum Keramik Höhr-Grenzhausen/Westerwald zum Ziel gesetzt, wissenschaftliches Know-how in Verbindung mit der praktischen Erfahrung im Umgang mit Ton den Besuchern näher zu bringen. Zur Zeit entsteht ein weiterer Mosaikstein:

Das CeraTechCenter - ein bisher in Deutschland einzigartiges Technologie- und Gründerzentrum - für keramische Technologien und Werkstoffe



Das Hachenburger Land
Natur pur
Rund um Hachenburg finden Sie eine unverfälschte Natur voller Abwechselung: grüne Wälder, saftige Wiesen mit plätschernden Bächen und sanft ansteigende Höhen. Wenn für Sie Natur und Urlaub zusammengehören, dann sind Sie im Hachenburger Land richtig.

Hachenburg, die Kroppacher Schweiz, die Westerwälder Seenplatte mit sieben Seen und Weihern und das obere Wiedtal bilden das Feriengebiet rund um Hachenburg.

Hier können Sie aktiv Ihren Urlaub genießen. Auf markierten Wegen können Sie sich die abwechslungsreiche Landschaft erwandern. Reizvolle Tourenvorschläge erschließen Ihnen auch die versteckten Sehenswürdigkeiten. Überall werden Sie auf zahlreiche Zeugen der Heimatgeschichte treffen. In den Dörfern sind es die Fachwerkhäuser, die Schulen und Kirchen. In Hachenburg wird Ihnen sofort das Schloß auf der Bergkuppe auffallen, das weithin als Wahrzeichen zu sehen ist.

In der freien Landschaft sind es die Gruben, die Steinbrüche, Meiler und Verhüttungsplätze. Zahlreiche Bruchsteinbrücken überspannen die Nister. Hier entlang der Nister waren in früheren Zeiten zahlreiche Mühlen in Betrieb, von denen heute wieder einige als Sehenswürdigkeiten "in Arbeit" zu bewundern sind, wie die Mühlen in Lützelau, Heuzert, Stein-Wingert, Atzelgift, Nistermühle und Nisterhammer.

Aber nicht nur zu Fuß können Sie sich die Landschaft erschließen; gut ausgebaute und markierte Radwanderwege für Anfänger und "Profis" führen Sie auf kleine und große Rundstrecken.

Zahlreiche weitere Attraktionen laden Sie ein, Hachenburg und Umgebung näher kennen zu lernen. Eine Stadtführung durch Hachenburg ist ebenso lohnend, wie der Besuch des Landschaftsmuseums Hachenburg oder des Cadillac-Museums in Hachenburg. Aber auch eine Führung durch die Abtei Marienstatt sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Am Wanderweg bei Limbach, in der Kroppacher Schweiz, sollten Sie sich die frei zugängliche historische Dachschiefergrube "Assberg" ansehen. Auch der Aussichtsturm "Gräbersberg" bei Alpenrod gewährt Ihnen von einer 33 m hoch gelegenen Plattform auf dem Bergrücken einen lohnenswerten Panoramablick!

Das Museum in der Landschaft "Kroppacher Schweiz" ist ein Weg hin zum "sanften Tourismus". Objekte werden in der Natur belassen; große Eingriffe in die Natur sind nicht notwendig. Das Museum in der Landschaft soll das reale Leben in der Region in der zurückliegenden Zeit widerspiegeln. Spektakuläre Objekte werden Sie also nicht sehen. Es geht vielmehr darum, sich einen Teil seiner eigenen Geschichte - Kenntnis der Heimat - in diesem "Museum in der Landschaft" zu erwandern. Ab dem Dorfmuseum Limbach beginnt der Museumsweg auf dem Sie Eindrücke vom früheren Siedlungs- und Bauwesen, dem Wald, seiner ehemaligen Nutzung, der Landwirtschaft und Gewässernutzung, Bergbau und Industrie in vergangenen Zeiten, des Verkehrs sowie von Klein- und Naturdenkmälern sammeln können.

Nicht vergessen dürfen wir natürlich die Hachenburger Kulturevents. Zahlreiche Feste und Kulturevents bieten für alle, ob Jung oder Alt, das ganze Jahr über ein reichhaltiges Programm, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.


Selters, Hachenburg und Umgebung
Ferienlandschaft an der Westerwälder Seenplatte
Kennen Sie den Ort im Westerwald von dem aus Sie die gleiche Strecke sowohl nach Frankfurt als auch nach Köln auf der Bundesstraße zurück legen? Von Freilingen aus - am Postweiher gelegen - befahren Sie die alte "Kaiserstraße" jeweils genau 82 km. Bereits 1616 wurde hier eine Poststation der Fürsten von Thurn und Taxis eingerichtet.

Die "gute alte Zeit" der Postkutschen ist vorbei, aber die sieben Weiher der "Westerwälder Seenplatte" sind heute aus den großen Ballungsräumen wesentlich schneller zu erreichen. Mit mehr als 250 ha Gesamtwasserfläche bieten die Seen nicht nur eine einzigartige Kulturlandschaft, sondern auch ein optimales Gebiet für alle Wassersportler. Motorboote werden Sie hier allerdings vergeblich suchen. Aber Surfer, Segler und Schwimmer können sich hier ungestört austoben. Naturstrandbäder laden zum Schwimmen ein, aber auch das Erlebnisbad in Herschbach bietet zahlreiche Attraktionen. So finden Sie hier eines der wenigen Sandvolleyballfelder im Westerwald; Beachvolleyball ist "in"!

Tennis, Reit- und Golfsport sind weitere Freizeitangebote, die rund um die Seenplatte auf Sie warten!

Die günstige Lage der Seen in 400 Höhenmetern und einer nur leicht hügeligen Umgebung machen die Seenplatte natürlich zu einem idealen Wanderparadies. Hier können auch "Ungeübte" mithalten. Die gut ausgeschilderten Wanderwege eigenen sich natürlich auch für Rad- und Montainbikefreunde. Abseits des üblichen Verkehrslärms können Sie die weit gehend intakte Natur erleben und genießen.

Einige Campingplätze an unseren idyllischen Seen laden Sie zum längeren Verweilen ein. Der Camping Park "Hofgut Schönerlen" am hauseigenen Weiher wurde mehrfach ausgezeichnet und nach den strengen Richtlinien des Umweltmanagements zertifiziert. In den Sommermonaten werden dort regelmäßig Animationsprogramme für Jung und Alt angeboten. Sehr beliebt ist das "Überlebenstraining". "Hofgut Schönerlen" als geprüfte Wanderreitstation lädt Sie und Ihren Vierbeiner ein, gemeinsam dort zu campen.

Auch sonst hat die Verbandsgemeinde Selters einiges zu bieten. Besuchen Sie doch einmal das historische Wahrzeichen, den "Schmanddippe". Sie werden nicht etwa ein altes Butterfass zu sehen bekommen, sondern die alte Burgruine Hartenfels, auf der regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Schon traditionell finden die beiden autofreien Erlebnistage am 3. Sonntag im Juni "Jedem sayn Tal" und am ersten Sonntag im September "Erlebnistag" statt. Im Juni sind dann die Straßen zwischen Selters und Bendorf entlang der Sayn und am Erlebnistag zwischen Selters und Ellenhausen autofrei.



Wild-romantisch, traumhaft -
Die Holzbachschlucht
Ein ursprüngliches, kaum durch menschliche Eingriffe verändertes Landschaftsbild steht schon seit 1961 unter Naturschutz. Und das völlig zu Recht!

Der Holzbach entspringt unweit von Rennerod, und hat sich als kleines Bächlein mit enormer Erosionskraft durch die Deckbasaltschichten gegraben und eine wild-romantische Schlucht auf einem Kilometer Länge gefräst. Ein enges Durchbruchstal, dessen Wände 20 bis 30 Meter aus dem vulkanischen Gestein "gefressen" wurden, lässt den Bach ordentlich tosen. Ursprüngliche Wildheit der Vegetation, Fels- und Basaltbrocken säumen das Tal. Immer wieder brechen auch heute noch Felsbrocken von den Wänden ab und verleihen dem Tal ein wildes Aussehen. Der feuchte Talgrund hat eine üppige Vegetation sprießen lassen, die den Boden mit einer artenreichen Krautschicht überzieht.

Die Holzbachschlucht ist durch einen Rundwanderweg erschlossen, der durch den Schluchtwald aus Ahorn, Eschen und Ulmen gesäumt wird.

Im MarienBad einen schönen Tag verbringen Eintauchen und auftanken ist das Motto des MarienBades in Bad Marienberg. Dort wo sportliche Wassernixen ihre Runden ziehen und kleine Wasserflöhe im Kinderbecken planschen, sind Groß und Klein, Jung und Alt ganz in ihrem Element. Die Gäste des MarienBades genießen nicht nur das prickelnde Vergnügen zwischen Nackenduschen, Bodensprudlern und Massagedüsen. Sie schwimmen im Aktivbad mit aller Kraft gegen den Strom und treffen sich im Bistro der Bikinibar zum Schäkern und Schlemmen. Oder sie schauen den Schneeflocken zu, während sie im wohlig warmen Außenbecken paddeln. Die Doppelrutsche und der neu eingerichtete Indoorspielplatz bieten den jüngsten Gästen Spielvergnügen pur. Daneben bietet das MarienBad von Montags bis Freitags ein breites Fitnessprogramm an. Ob Wassergymnastik, Aquajogging oder Sportschwimmen. Diesen Programmen wird im MarienBad großes Gewicht beigemessen. Das Babyschwimmen und der Kinderschwimmkurs richten sich an die jüngsten Badegäste, die übrigens im MarienBad auch für wenig Geld einen schönen Geburtstag feiern können. Auch außerhalb des Wassers wird den Gästen des MarienBades einiges geboten. Dazu gehört in ersten Linie die Saunalandschaft mit zwei finnischen Saunen, einem Sanarium, einem Dampfbad und dem Außenbecken und der "Fit- und Fun-Park" mit einem Beach-Volleyball- und einem Beach-Soccerfeld. Abgerundet wird das Angebot des MarienBades durch eine leichte aber genussvolle Küche, denn im MarienBad gilt der Slogan: "Hier geht's mir gut".



Das Interview
Stadtbürgermeister Karlo Schwarz …
… stellte sich den Fragen vom Wällerbote-Team

? Haben Sie konkrete Pläne oder Angebote zum Ausbau des Tourismus in Ihrer Region? Wie sehen diese Angebote aus?
Herr Schwarz: Nach den Ereignissen des 11. September im vergangenen Jahr entdecken die Deutschen offensichtlich mehr die Lust aufs eigene Land. Daher muss es das Bestreben unserer heimischen Beherbergungsbetriebe sein, in Preis und Qualität konkurrenzfähige Produkte zu entwickeln. Diese Nieschen gibt es - nach meiner Einschätzung - vorwiegend im Gesundheits- und Wellnessbereich, aber auch im sportlich-aktiven Bereich. So ist durchaus vorstellbar, dass der 2. Urlaub mit Walking, Joggen oder auch Mountain-Biking in staub freier Luft mit Premiumqualität alleine schon wegen der kurzen und sicheren Anreise zu uns führen wird. In dem derzeit laufenden Stadtmarketing-Prozess entwickeln sich möglicherweise neue Angebotsperspektiven.

? Können Sie vielleicht schon ein höheres Gästeaufkommen feststellen?
Herr Schwarz: Nach den uns bisher vorliegenden Zahlen des vergangenen Jahres hat die Stadt Bad Marienberg eine Zunahme bei den Übernachtungen von 6,3 % zu verzeichnen. Nach Eröffnung der neugebauten Jugendherberge im Mai erhoffen wir auch hier einen positiven Impuls für unsere Kurstadt.

? Wie stehen Sie zur geplanten Autobahn von der A48/A3 quer durch den Westerwald zur A 45? Die B255 führt doch in Ihrer Nähe vorbei!?
Herr Schwarz: Hier schlagen zwei Seelen in meiner Brust, denn einerseits liegt mir der Schutz der schönen westerwälder Landschaft schon am Herzen. Doch andererseits bin ich auch Bürgermeister eines bedeutenden Gewerbestandortes im Westerwald. Unser heimisches Gewerbe ist, um konkurrenzfähig zu bleiben, auf gute Straßenverbindungen zu den überregionalen Autobahnen angewiesen. Eine gut ausgebaute B255 und die B414 könnten diese Anforderungen durchaus erfüllen. Doch sowohl die B255 als auch die B414 sind im jetzigen Stadium noch nicht so ausgebaut, dass sie die noch zunehmenden Verkehrsmengen aufnehmen können. Von daher muss es erlaubt sein, über eine alternative Lösung nachzudenken. Gebaut ist die Westerwald-Autobahn deshalb ja noch lange nicht. Wenn der Westerwald als Wirtschaftsregion zukünftig konkurrenzfähig bleiben will, braucht er nach meiner Einschätzung eine Querverbindung zwischen den beiden wichtigen Nordsüdachsen A31 A48 bzw. A45.
Herr Schwarz, wir danken Ihnen für das Gespräch.



Kur- und Ferienort im Hohen Westerwald
Bad Marienberg
Bad Marienberg liegt inmitten der Wald- und Seenlandschaft mit der bioklimatischen guten Luft des Hohen Westerwaldes.

Wer es besonders gut mit seinem Körper meint und sich verwöhnen lassen möchte, kann sich hier den Anwendungen einer Kneipp-, Schroth- oder Molkekur verschreiben. Wer sich als Reiter, Golfer, Tennisspieler, Radfahrer oder Wanderer und Segler in der fröhlichen Gemeinschaft Gleichgesinnter an der sprichwörtlich frischen Luft bewegen möchte, findet hier um Bad Marienberg über 165 km markierte Wanderwege und attraktive Sport- und Freizeitanlagen. Die Young Generation ist hier übrigens ebenso vertreten wie der harte Kern sportlicher "älterer Semester", die sich einig sind in der Lebenseinstellung: Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Seit einigen Jahren hat die anziehende Kurstadt einen attraktiven Treffpunkt mehr: Das "MarienBad", dem so gar nichts von der verstaubten Atmosphäre traditioneller Kurbäder anhaftet. Hier heißt es vielmehr: raus aus dem Alltagsstress, hinein in die erfrischende, belebende Freizeitoase als Entspannungszentrum für die Seele. Kein Wunder, dass der für dieses Erholungszentrum so treffend geprägte Slogan "Hier geht's mir gut" nicht nur in Prospekten steht, sondern auch in den entspannten Gesichtern der Erholung Suchenden, die hier in Bad Marienberg regelmäßig ihre Batterien wieder aufladen. Ein Geheimtipp, den man nur zu gerne verrät.



Kennen Sie das spukende Petermännchen?
Westerburger Land
Einst residierten die Grafen von Leinigen-Westerburg im trutzigen Schloß auf dem hohen weithin sichtbaren Basaltkegel. Bereits um 1200 wurde das Schloß urkundlich erwähnt, aber schnell war auch die Sage geboren: Der Schlossherr Peter soll beim Bau des Schlosses seine Seele an den Teufel verkauft haben! Immer wenn Petermännchen später "spukte", stieß der gräflichen Familie ein Unglück zu. Haben deshalb die Grafen von Leinigen-Westerburg ihre Residenz im ausklingenden Mittelalter nach Grünstadt in der Pfalz verlegt?

Aber schon 1292 verlieh König Adolf von Nassau dem Flecken Westerburg die Stadtrechte. Stadtmauer und Turm beschützten fortan den Oberflecken und die von nun an abgehaltenen Märkte. Die Mauer und die drei Tore werden nach den großen Bränden Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen.

1885 wurde Westerburg preußische Kreisstadt und behielt diese Funktion bis zur Bildung des Westerwaldkreises 1974.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinien wurde Westerburg ein bedeutender Knotenpunkt der neuen Verkehrswege. Mit der Brücken-Stahlkonstruktion über das Hilsbachtal entstand ein weiteres imposantes Wahrzeichen Westerburgs.

Heute hat die Eisenbahn weitgehend ihre Funktion verloren. Dafür aber bringt die alte Linie einen enormen Freizeitspaß: Ab dem Bahnhof Westerburg sind die Schienen Richtung Kölbingen und weit darüber hinaus verschwunden; der Bahndamm wurde für Radler und Inlinescater asphaltiert. Ein alter Waggon wurde am Bahnhof Kölbingen in eine Gaststädte für die müden Radler umgewandelt. Die alte Bahnstrecke bietet herrliche Aus- und Einsichten in das Westerburger Land.