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Rhein-Zeitungs-Bericht vom Dezember 2006.
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Journal, Ausgabe 4/2003

 
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Neue Türen zum Job öffnen
  Rhein-Zeitungs-Artikel, erschienen im Dezember 2006:

Neue Türen zum Job öffnen

Schritt in die Arbeitswelt: Tatjana Kraft und Sebastian Hahn sammeln erste Berufserfahrungen

Etliche Bewerbungen geschrieben, monatelang gesucht und immer noch keine Lehrstelle: Jugendliche haben es auch im Kreis Neuwied zurzeit nicht leicht, an Ausbildungsplätze zu kommen. Denen, die nicht fündig werden, kann die Agentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer seit 2004 eine
Industrie- und Handelskammer sowie deralternative Tür öffnen.

Kreis Neuwied. Mit de "Einstiegsqualifizierung für Jugendliche" (EQJ) haben junge Menschen die Chance, über ein längeres Praktikum einen ersten Schritt in die Arbeitswelt zu tun. Ein solches EQJ-Praktikum dauert sechs bis zwölf Monate und kann - unter bestimmten Bedingungen - auf eine spätere Ausbildung mit maximal sechs Monaten angerechnet werden.

Auch in Hanroth sind seit Anfang November zwei junge Leute als EQJ-Kräfte beschäftigt: Erika Molle, Inhaberin einer Werbeagentur, erfuhr in einem Radiobericht davon und meldete sich daraufhin bei der Arbeitsagentur. Nach Beratungen mit Jürgen Brink, dem zuständigen Ausbildungsakquisiteur bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), stellte sie zwei EQJ-Praktikumsplätze zur Verfügung.

Mittlerweile sind die EQJ-Praktikanten Tatjana Kraft (19) als Kauffrau für Bürokommunikation und Sebastian Hahn (18) als Mediengestalter in der Hanrother Agentur im Einsatz. "Ich hatte schon eine mündliche Zusage für eine Ausbildungsstelle und habe mich darauf verlassen, aber dann gab es doch eine Absage", berichtet Tatjana Kraft. "Ich habe dann etliche Bewerbungen geschrieben, aber keinen Erfolg gehabt. Da kriegt man schon Zukunftsängste." Auch Sebastian Hahn suchte vergeblich nach einer Ausbildungsstelle als Mediengestalter, bis er über die Arbeitsagentur auf die EQJ aufmerksam wurde. Für die beiden jungen Leute war eine Stelle in der Einstiegsqualifizierung die beste Möglichkeit, das Vakuum zu überbrücken und gleichzeitig in ihrem Wunschberuf Fuß zu fassen.

Damit sind Tatjana und Sebastian zwei von insgesamt 200 EQJ-Praktikanten, die die Arbeitsagentur in Kooperation mit IHK und HwK seit 2004 unterbringen konnte. "Ende Oktober haben wir insgesamt 223 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle zu einer Nachvermittlung eingeladen, aber nur 80 sind erschienen", berichtet Ausbildungsvermittler Dietrich Rockenfeller. "In Einzelgesprächen wurden 26 jungen Leuten noch offene Ausbildungsplätze angezeigt, 39 bekamen Adressen für eine EQJ-Bewerbung. Mittlerweile sind 19 Jugendliche in die EQJ eingemündet. Und wir sind zuversichtlich, dass wir bis Ende Januar die restlichen Bewerber noch vermitteln werden."

Ziel des EQJ-Programms ist für Rockenfeller und Brink aber ganz klar die Möglichkeit, das verlängerte Praktikum in eine Ausbildung münden zu lassen: "Die Jugendlichen können überprüfen, ob sie den richtigen Beruf gewählt haben, und potenzielle Ausbildungsbetriebe können geeigneten Nachwuchs kennenlernen."

So sieht es auch die Hanrother Agentur-Chefin Erika Molle: "Im nächsten Jahr wird die Ausbildungsstelle in unserer Firma frei. Wir möchten mindestens eine unserer EQJ-Kräfte übernehmen.", kündigt sie an. "Wenn wir gut zusammenpassen, kann ich mir vorstellen, auch beide einzustellen." Rockenfeller und Brink schätzen, dass seit Beginn des EQJ-Programms 2004 rund 60 bis 70 Prozent der EQJ-Praktikanten in eine Ausbildung durchstarten konnten.

Aber auch Jugendliche, die nicht so viel Glück haben, machen das Einstiegspraktikum nicht umsonst: Nach erfolgreichem Abschluss stellt die jeweils zuständige Kammer den jungen Leuten ein Zertifikat aus, das bundesweit anerkannt wird und im Einzelfall mit maximal zwölf Monaten auf die Ausbildungszeit angerechnet werden kann. Beide Fachleute von Agentur und IHK fassen zusammen: "Das Programm Einstiegsqualifizierung für Jugendliche hat sich mittlerweile als Türöffner in die Ausbildung hervorragend bewährt."

Angela Göbler
 
 
 
 


 
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