02

Jul

Der Arbeitsmarkt im Juni

  • Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 5,4 Prozent
  • Langzeitarbeitslosigkeit sinkt
  • Ausbildungsmarkt geht auf die Zielgerade

8.936 Menschen ohne Job und eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent sind die Juni – Eckwerte des Arbeitsmarktes für die Agentur für Arbeit Neuwied in den beiden Landkreisen Neuwied und Altenkirchen.

Im Vormonat lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,3 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Quote unverändert.

Der Anstieg um 80 Betroffene gegenüber Mai betrifft ausschließlich zwei Personengruppen, zum einen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum 25. Lebensjahr, zum anderen die ausländischen Mitbürger. Deren Anteil an der Gesamtzahl liegt inzwischen bei 19 %, ihre Zahl stieg innerhalb eines Jahres um 178 auf nunmehr 1.698 Arbeitslose.

Karl E. Starfeld, Leiter der AA Neuwied, kommentiert: „Der Anstieg der Erwerbslosigkeit bei den jungen Leuten ist auf das nahende Ende des Schul- und Ausbildungsjahres zurückzuführen und insofern eine saisonal typische Entwicklung.

Längerfristig zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt für junge Menschen sehr aufnahmebereit, so dass die Betroffenheit nach dem Sommer wieder auf den Stand des Frühjahrs sinken wird. Ob und wie der „Brexit“ auf diese Prognose einwirken wird, lässt sich im Moment für die Region nicht einschätzen. Dass er Risiken für die Konjunktur und Arbeitsmarktlage enthält, ist aber nicht zu bestreiten.

Positiv entwickelt sich aktuell die Langzeitarbeitslosigkeit. Mit 3.129 Arbeitslosen, die seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung sind, wird der Vorjahreswert immerhin um 127 Betroffene unterschritten. Dazu Starfeld: „Unser Ansatz, Menschen, die Risiken aufweisen in die Langzeitarbeitslosigkeit zu rutschen, schon am bzw. vor Beginn der Arbeitslosigkeit intensiv zu beraten und zu betreuen, trägt Früchte. Im Bereich der Jobcenter, die die große Mehrheit der langzeitarbeitslosen Menschen betreuen (aktuell 2688), testen wir in zwei Projekten, welche Erfolge möglich sind, wenn wir von der Motivation und den beruflichen Kenntnissen des Bewerbers ausgehen und für ihn oder sie den passenden Arbeitsplatz in einem regionalen Unternehmen suchen. Sicherlich wäre es verfrüht, von einem Durchbruch zu sprechen, die bisherigen Ergebnisse machen jedoch Mut.“

Die Aktivitäten der Akteure am Ausbildungsmarkt schwenken kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres auf die Zielgerade ein. Rein rechnerisch überwiegt die Zahl der noch „unversorgten Bewerber/-innen“ (753) die der unbesetzten Ausbildungsstellen (625). Wegen der steigenden Neigung der Bewerber zu weiterem Schulbesuch oder Aufnahme eines Studiums fehlt es per Saldo tatsächlich an Bewerbern, die die gemeldeten Stellen einnehmen.

Wegen des insgesamt guten Stellenbestandes rät die Berufsberatung den Jugendlichen, die in diesem Sommer eine betriebliche Ausbildung beginnen wollen, sich nicht nur auf den einen Wunschberuf zu konzentrieren, sondern auch verwandte Ausbildungsberufe in den Blick zu nehmen und mit der Berufsberatung unter der Hotline 0800 4 5555 00 * gebührenfrei Kontakt aufzunehmen (montags – freitags von 08.00 – 18.00 Uhr).

Abschließend ein Blick auf die beiden Landkreise im Agenturbezirk Neuwied:

Im Landkreis Neuwied haben derzeit 5.506 Menschen keinen Job – 41 mehr als im Mai, aber 36 weniger als im Juni des vergangenen Jahres. Die Quote liegt unverändert gegenüber dem Vormonat bei 5,7 Prozent und 0,1 Punkte unter der des Vorjahresmonats.

Im Kreis Altenkirchen sind aktuell 3.430 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet; das sind 39 mehr als im Mai, aber 71 weniger als im Juni 2015. Die aktuelle Quote liegt bei 4,9 Prozent und hat sich gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Im Vergleich zum Juni 2015 ist sie wie im Kreis Neuwied um 0,1 Prozent gesunken.