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Jan

Festung Ehrenbreitstein: Winter wird für Instandsetzungsarbeiten genutzt

Projekte zur Sanierung von Mauerwerk – Innenausbau im Landesmuseum

Koblenz – Auch nach der Generalsanierung der Festung Ehrenbreitstein zur Bundesgartenschau 2011 bleibt die Erhaltung des preußischen Festungsbaus eine Daueraufgabe. Die Wintermonate außerhalb der touristischen Saison werden für Instandsetzungsarbeiten an mehreren Abschnitten genutzt. Die Arbeiten an den Fassaden des Landesmuseums sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Die Baugerüste auf dem Schlossplatz und im Bereich der Bühne im Retirierten Graben können dann bis Mitte März rechtzeitig zum Saisonbeginn wieder abgebaut werden.

Lediglich die Gerüste im Innenhof des Ravelin werden auch in den Sommermonaten stehen bleiben müssen. Die Instandsetzungsarbeiten sind hier wesentlich umfangreicher, da die Fassaden des Ravelin nicht Bestandteil der BUGA-Maßnahmen waren.

Das erklärten Vertreter der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) bei einem Pressegespräch am Montag, dem 25. Januar.

Die Kosten für die Bauunterhaltung im Zeitraum nach der Bundesgartenschau bis Ende 2016 bewegen sich voraussichtlich im mittleren einstelligen Millionenbereich. Im Vorfeld der BUGA hat das Land Rheinland-Pfalz 45 Millionen Euro in die Generalsanierung der Festung investiert. Die aktuellen Projekte im Einzelnen:

Der Innenausbau der Kasematten im Erdgeschoss der Hohen Ostfront, in der das Landesmuseum untergebracht ist, soll plangemäß rechtzeitig zum Saisonbeginn am 22. März abgeschlossen sein. Derzeit laufen Putz- und Anstricharbeiten, der Boden erhält eine neue Beschichtung. Zeitgleich werden Lüftungs- und Elektroarbeiten durchgeführt. In einer der Kasematten wird die kanonensichere Gewölbedecke durchbrochen, um den Einbau eines Fahrstuhls für das Museum vorzubereiten.

Der Generaldirektor der GDKE Thomas Metz sagte: „Mit über 680.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2015 hat die Festung ihre herausragende Bedeutung als Ziel der Menschen aus aller Welt untermauert. Es freut mich, dass die Arbeiten des LBB zeitlich so durchgeführt werden, dass der Besucherbetrieb nicht gestört wird.“

Seit Dezember stehen Gerüste an der Hohen Ostfront und der Landbastion zum Schlosshof hin. Gebäudesubstanz und Gebäudesicherheit der rund 200 Jahre alten Bauten werden verbessert. Vorangegangen sind Untersuchungen des Untergrunds. „Selbst ein scheinbar unverrückbarer Fels kann gewissen Veränderungen unterliegen“, sagt Christoph J. Schiewek, Projektmanager in der Niederlassung Koblenz des Landesbetriebs LBB, der im Auftrag des Landes und in enger Abstimmung mit der GDKE sowie mit beauftragten Fachbetrieben die Arbeiten betreut. „Im Zusammenhang mit kleineren Erschütterungen der Erde im Rheingraben in den vergangenen Jahren sind die derzeitigen Arbeiten an den Gebäuden als Stabilisierung und Sicherung unserer Kulturbauten zu verstehen“, so Schiewek.

Gewölbe, Außenwände und Gesimse werden gesichert. Das Bruchsteinmauerwerk wird erneuert und ausgebessert. Die oberen Mauerwerksflächen werden von Wurzeln und losem Fugenmaterial befreit, neu verfugt und reinigend gestrahlt. 

Vergleichbare Arbeiten beginnen im Herbst 2016 an der Rheinbastion. Dafür müssen die dort im Obergeschoss beheimateten Büros der GDKE im September vorübergehend in den Ravelin umziehen. Im ersten Schritt wird daher der Ravelin teilweise auch im Innern hergerichtet, um als Ausweichstandort für die Büros zu dienen.

Weiterhin wird im Bereich des westlichen Pulver- und Kanonenganges eine deutliche Schiefstellung untersucht. Sollte sich herausstellen, dass diese nicht bereits bei der Erbauung des V-förmig angelegten Festungsteils entstanden ist, sondern dass es sich um jüngere Verschiebungen handelt, könnten auch hier konstruktive Sicherungsmaßnahmen erforderlich werden.

Im Westhang, also hin zum Rhein, ist die Sanierung von Stützmauern des Oberen Plateaus ein Dauerthema. Durch Witterungseinwirkung und exponierte Lage gibt es an diesen Bauwerken Risse im Mauerwerk. Durch den Einbau von Ankern und Nadeln aus Edelstahl werden die Stützmauern stabilisiert. Lose Mörtelfugen werden ausgeräumt und mit neuem Mörtel wieder geschlossen.

Die Brücke zur Contregarde links ist noch eine Nachkriegsbrücke. Sie lag auf Stahlträgern, die stark korrodiert waren. Aus Sicherheitsgründen durfte sie nicht mehr befahren werden. Nur Fußgänger konnten sie noch ungefährdet nutzen. Nach dem Vorbild der zur Bundesgartenschau 2011 instandgesetzten Brücken auf der Festung wird nun auch diese Brücke erneuert.